Der erste bedeutende Fortschritt in der Advanced Combat Helmet (ACH)-Technologie in den letzten 15 Jahren: Das moderne militärische Viper P4-Kopfbedeckungssystem von Revision

1983 - 2017: VON DEN PASGT- ZU DEN GEN II ACH-HELMEN

Ende der 1990er Jahre waren Para-Aramid- und Kevlar-Materialien brandaktuell. Das Kommando für Spezialoperationen der Vereingten Staaten (USSOCOM) nutzte diese neuen Technologien für das MICH (Modular Integrated Communications Helmet)-Programm. Daraus entstand das Kopfschutzsystem des Typs MICH TC-2000, das unmittelbar nach der MICH-Initiative entwickelt und verwendet wurde und aus dem dann später der erste ACH (Advanced Combat Helmet)-Helm hervorging. Dieser Helm läutete eine neue Ära bei den Kopfschutzsystemen ein, wurde rasch von der US-Armee übernommen und spielte bei den langwierigen Einsätzen im Mittleren Osten eine wichtige Rolle[i]. Dank seiner stromlinienförmigen Schale konnte das Gewicht dieses Helms im Vergleich zu den lange verwendeten, sperrigen PASGT (Personnel Armor System for Ground Troops)-Helmen aus den frühen 1980er Jahren deutlich reduziert werden[ii]. Die erste Generation der ACH-Helme kam zum ersten Mal 2003 zum Einsatz und ist bis heute der Standard-Helm der US-Streitkräfte. Das Design der späten 90er-Jahre wurde dabei wenig bis gar nicht verändert.

Es versteht sich von selbst, dass sich in anderthalb Jahrzehnten seit dem ersten ACH-Einsatz vieles verändert hat. Kevlar- und Twaron-Helme werden mittlerweile aussortiert und gelten als veraltet und schwerfällig im Vergleich zu den jüngsten Innovationen, die die Grenzen der realisierbaren Gewichtsreduktion voll ausreizen. Anwendungen aus neuen Hybridmaterialien sind gerade der letzte Schrei in Fertigung, F&E und der Gestaltung von Kopfschutzsystemen. Vor allem Helme aus ultrahochmolekularem Polyethylen (UHMWPE) können eine dramatische Reduzierung des Gewichts bei gleichbleibender oder sogar höherer Schutzleistung vor Beschuss, stumpfer Gewalteinwirkung, Aufprall und Granatsplittern vorweisen[iii]. Diese völlig neuen Gegebenheiten ebneten der ACH Gen II-Ausschreibung der US-Armee im Jahr 2017 den Weg[iv].

Oben:Die Entscheidung im Rahmen des ACH Gen II-Beschaffungsvertrags der US-Streitkräft fiel im März 2017 auf die ACH-Helmmodelle von Revision. Es handelt sich dabei um das erste großflächige ACH-Upgrade in den letzten 15 Jahren.

PRODUKTIONSVERTRAG FÜR DIE ACH-HELME DER NÄCHSTEN GENERATION GEHT AN REVISION

Revision Military führt die Revolution der Kopfschutzsysteme an. Revision konnte seine Position als erste Adresse der Industrie erst kürzlich mit der Ankündigung, dass die Wahl der US-Streitkräfte beim ACH Gen II-Vertrag auf das Unternehmen gefallen ist, weiter ausbauen. Der IDIQ-Fünfjahres-Vertrag (Indefinite Delivery/Indefinite Quantity, unbestimmte Lieferung/unbestimmte Menge) (W91CRB-17-D-0008), der im Rahmen eines allgemeinen Auswahlverfahrens an Revision vergeben wurde, beläuft sich auf einen Wert von 98.111.803,00 US-Dollar und läuft voraussichtlich bis zum 6. März 2022[v]. Alles in allem umfasst das integrierte Kopfschutzsystem ein verbessertes Helmmodell, ein Visier, einen Kieferschutz für den Unterkiefer und Ballistikaufsätze, die zusätzlich zur Grundausstattung angebracht werden können. Das Komplettmodell soll zum ersten Mal 2020 zum Einsatz kommen.

Das erklärte Ziel der Upgrades war eine Gewichtsreduzierung bei gleichbleibendem Schutz im Vergleich zum Vorgängermodell[vi]. Revision hat diese Aufgabe nicht einfach nur erfüllt, sondern hat den altbewährten ACH-Helm grundlegend überarbeitet und diesen wichtigen Ausrüstungsgegenstand damit den Realitäten des modernen Kampfgeschehens wieder ein Stück näher gebracht. Revision hat einen hochmodernen Infanterie-Helm aus Verbund- und Hybrid-UHMWPE-Materialien entwickelt, der bis zu 24% leichter ist als die alten ACH-Modelle. Die ACH-Lösung der nächsten Generation, die den US-Streitkräften vorgelegt und auch angenommen wurde, bildet die Grundlage für das Batlskin Viper P4-Kopfschutzsystem von Revision, das auf derselben Schalenarchitektur, denselben modernen Materialien und branchenführenden Herstellungsverfahren basiert wie der neue ACH-Helm der US-Streitkräfte. Die ACH-Erneuerung von Revision und das Viper P4-Helmsystem stellen gemeinsam den ersten, groß angelegten, bedeutenden Fortschritt im Bereich der ACH-Technologie in den letzten 15 Jahren dar.

MIT SCHWERPUNKT AUF HOCHMODERNEN MATERIALIEN UND BRANCHENFÜHRENDER PRODUKTION IN DEN USA

Nach der Ankündigung des ACH Gen II-Vertrags bezeichnete der Brigadegeneral Robert L. Marion, Beschaffungs- und Systemmanagementverantwortlicher des Office of the Assistant Secretary of the Army for Acquisition (Beschaffungsabteilung der US-Streitkräfte) bei einer Anhörung vor Senatoren die aktuell in der Entwicklung befindlichen Helme und andere leichte Körperpanzerungsanwendungen als eine der vielversprechendsten neuen Technologien[vii]. Revision hat sich dem Ziel verschrieben, militärische Kopfschutzsysteme anhand integrierter neuer Technologien mit richtungsweisenden Rohstoffen sowie einer Vielzahl an Designs und Konfigurationen neu zu erfinden und auf diese Weise alle Kundenanforderungen zu übertreffen. Das umfassende Know-How in den Bereichen Ballistik, Elektronik, Optik, Strom und anderer innovativer Technologien macht Revision zu einem kreativen Problemlöser, der in der Lage ist, maßgeschneiderte Kopfschutzsysteme zu konzipieren und zu entwickeln, die sich den wandelnden Bedürfnissen der globalen Militärs anpassen.

Oben:Dank der Verwendung hochmoderner Werkstoffanwendungen und branchenführender Produktionsverfahren ist Revisions ACH Gen II-Helmlösung um 24% leichter als die ACH-Helm-Vorgängerversionen, die derzeit noch bei den US-Streitkräften zum Einsatz kommen.

Seit dem letzten Produktionsvertrag mit der US-Armee im Jahr 2012 – bei dem Revision insgesamt 180.000 ACH-Helme lieferte – hat das Unternehmen viele Millionen Dollar in neue Produktionsanlagen und -verfahren, in die Erforschung der Charakterisierung und Optimierung hochmodernder ballistischer Materialien und in ein Team von Weltklasse investiert, dem Wissenschaftler und Ingenieure angehören, die die Fähigkeiten des Unternehmens noch weiter ausbauen sollen. Das Kernteam der Entwicklungsingenieure im Bereich Rüstungsprodukte für das ACH Gen II-Projekt stützt sich auf eine Industrieerfahrung von durchschnittlich 18 Jahren, die viele unterschiedliche Perspektiven und Konzepte der Helm- und Rüstungstechnologie, Kosten- und Wertoptimierung, Werkstofferprobung und -prüfung, Lieferantenbeziehungen und militärischer Praxiserfahrung im Bereich Humanfaktoren miteinschließt. Über das Kernteam hinaus wurde die ACH Gen II-Entwicklungsinitiative auch durch Beiträge von unternehmensinternen Fachleuten aus den Bereichen Polymerchemie, Maschinenbau, Industriedesign, Verbundwerkstoffherstellung und schlanke Produktion bereichert.

Außerdem wurde der Standord in Newport, Vermont, USA – wo die Helme für den ACH Gen II-Vertrag hergestellt werden – seit 2013 um 1.500 Quadratmeter erweitert und die Zahl der Mitarbeiter in dieser Einrichtung hat sich mehr als verdoppelt. Revision hat umfangreiche Investitionen in neue Pressen getätigt, Vorformpressen hinzugefügt, die Kühlkapazität erhöht, neue Formen angeschafft und die Zerspanleistung erhöht. Diese Erweiterung hat eine Ausweitung der PE-Produktionskapazitäten um zusätzliche 10.000 Helme pro Monat ermöglicht. Seitdem Revision diese neuen UHMWPE-Materialien in seiner Rüstungs- und Helmproduktion verwendet, hat das Unternehmen intensiv mit den jeweiligen Lieferanten zusammengearbeitet, um den unterschiedlichen Fertigungsanforderungen dieses anspruchsvollen Materials gerecht zu werden und hat mehrere groß angelegte Produktionsverträge für bandbasierte UHMWPE-Produkte sowohl für das US-Militär als auch für internationale Kunden erfolgreich ausgeführt. Die bandbasierte Polyethylen-Lösung, die für das Viper P4-Kopfschutzsystem zum Einsatz kommt, verfügt bei gleichzeitig unveränderter ballistischer Leistung bei Extremtemperaturen über einen hervorragenden Hochgeschwindigkeits-Splitterschutz, eine ausgezeichnete 9-mm-Durchstoßfestigkeit sowie besten Aufprallwiderstand – egal, ob Soldaten diesen Helm in der Arktis oder am Äquator tragen, die Leistungsfähigkeit und der Schutzfaktor sind immer dieselben.

„Es war ein sehr intensiver Wettbewerb, bei dem die Verlässlichkeit und das Geschick der Revision-Mitarbeiter in Vermont gefragt waren“, so Senator Patrick Leahy (D-Vt.). „Die hohe Qualität dieser Helme schützt Soldaten vor Beschuss und macht sie gleichzeitig 24% leichter und damit bequemer. Wie alle Menschen in Vermont bin auch ich unglaublich stolz auf die harte Arbeit und das Engagement der Frauen und Männer bei Revision Military in Newport. Bei meinen letzten Besuchen des Werks konnte ich die Hingabe dieser Mitarbeiter für ihre Arbeit mit eigenen Augen sehen – ein Engagement, von dem das Leben der Frauen und Männer unserer Streitkräfte abhängt."

REVISIONS WACHSENDE FÄHIGKEITEN UND STEIGENDES ANSEHEN IN DER WELTWEITEN SOLDATENSYSTEM-INDUSTRIE

In der gesamten Unternehmensgeschichte von Revision haben wir 1,1 Millionen Helme an die US-Streitkräfte und zusätzlich 300.000 Helme international ausgeliefert. In dieser ganzen Zeit gab es keinen einzigen Gewährleistungsanspruch wegen einer Fehlfunktion oder eines Produktfehlers. Revision musste noch nie ein fehlerhaftes Produkt zurückrufen – besonders relevant bei der ACH Gen II-Ausschreibung angesichts der Produktrückrufe, mit denen die Lieferanten der letzten Jahre zu kämpfen hatten – und hat noch keinen einzigen Abnahmetermin verpasst oder eine Abnahmeprüfung nicht bestanden.

Im Vorfeld des ACH Gen II-Vertragsabschlusses haben eine Reihe wichtiger Verträge Revisions Stellung als einer der wichtigsten Akteure in der internationalen Helmindustrie weiter gefestigt, vor allem auf dem europäischen Schutzausrüstungsmarkt. Anfang 2016 nahm Revision (UK) – die jüngste Revision-Niederlassung und eine Drehscheibe für den europäischen Markt – in Bristol, England, ihre Arbeit auf. Diese neue Anlage dient der Erfüllung des laufenden Vertrags zwischen Revision und der britischen Armee über die Produktion des Kopfschutzsystems der nächsten Generation – als Kopfschutz-Teilsystem (HSS – head-subsystem) des VIRTUS-Programms. Mit dieser Vertragsvergabe im Herbst 2015 hat Revision den jahrzehntelangen Lieferanten der britischen Armee abgelöst. Die HSS-Lösung von Revision umfasst einen maßgeschneiderten Cobra Plus-Helm, ein ballistisches Visier und einen Kieferschutz sowie Sawfly- und Wolfspider-Schutzbrillen. In den nächsten zwei Jahren sollen mehr als 54.000 Cobra Plus-Helme vom Stapel laufen. Dieser Hochleistungshelm, der derzeit von der britischen Armee verwendet wird, besteht ebenfalls aus Hybridschichten und UHMWPE-Materialien. Das Resultat ist ein Helm, der 10% mehr Schutz vor Granatsplittern als vormalige Kevlar-Schalen bei einer gleichzeitigen Gewichtsreduzierung von 20% bietet.

Revision war darüber hinaus maßgeblich am Helmprogramm der nächsten Generation der USSOCOM-Spezialeinsatzkräfte beteiligt. Daraus entstand das Entwicklungsprojekt für eine Familie der taktischen Kopfschutzsysteme (FTHS – Family of Tactical Headborne Systems), das Anfang 2016 vom Stapel lief, sich dann durch eine Entwicklungs- und mehrere Testphasen zog und seinen Höhepunkt gerade passend zur Ausschreibung 2017 erreichte. Revision wurde im Juli 2016 ein Entwicklungsvertrag zugesprochen, an dem sich die offizielle Ausschreibung des Jahres 2017 orientierte. Im Rahmen dieses Programms hat Revision die traditionellen Entwicklungsmethoden eines Kopfschutzsystems auf den Kopf gestellt, hat direkt und partnerschaftlich mit den Spezialeinsatzkräften zusammengearbeitet und ein breites Spektrum an Einsatzerfahrungen dieser Soldaten in das Konzept einer grundlegend überarbeiteten Lösung einfließen lassen – daraus entstand das skelettierbare, skalierbare Caiman-Kopfschutzsystem von Revision.

Über die Kopfschutzsysteme und Schutzbrillen hinaus hat Revision seine Kapazitäten ausgeweitet und verfügt jetzt auch über den erfolgreichen Geschäftsbereich Power & Integrated Systems (Strom und integrierte System), der sich der Entwicklung bahnbrechender und direkt am Soldaten getragener Lithium-Ionen-Energiemanagementsysteme entweder als Einzelbatterie oder als Akku verschrieben hat – daher stammen die leichten und langlebigen Nerv Centr SoloPack- und Nerv Centr SharePack-Systeme, die Energie wie Wasser oder Munition als eine haltbare Ressource behandeln, die gesammelt, gespeichert, geteilt und flexibel genutzt werden kann und auf diese Weise die Verkabelungsdichte und das während des Einsatzes am Körper getragene Gesamtgewicht des Soldaten reduziert: die integrierten Silent Watch-Akkus, die verbrauchsintensive Panzerfahrzeuge auch unter widrigsten Bedingungen 8 Stunden lang mit 200 A versorgen und dafür sorgen, dass die thermische und die akustische Signatur getarnt bleibt.

Das Viper P4-Helmsystem von Revision repräsentiert die Zukunft der hybriden UHMWPE-Technologie und verwendet die gleiche leichte Schalenarchitektur wie die von den US-Streitkräften für den ACH Gen II-Vertrag ausgewählte Variante.

"PEO Soldier hat die Helmindustrie mit der ACH Gen II-Ausschreibung herausgefordert und die Messlatte in puncto Technologie ein gutes Stück höher gelegt. Revision hat sich dieser Herausforderung in groß angelegter Weise gestellt und erhebliche Ressourcen investiert, um beim Konzept und der Leistung leichter Helme neue Maßstäbe zu setzen“, sagte Jonathan Blanshay, CEO (Geschäftsführer) von Revision Military. „Revision ist stolz darauf, seit 2005 Lieferant der US-Armee zu sein. Unsere Investitionen in dieses Programm verkörpern Revisions kompromissloses Engagement für zukunftsweisende Kopfschutzsystemtechnologie und -produktion. Seit Revisions letztem Vertrag mit der US-Armee sind wir ein viel mächtigeres Unternehmen und der Wegbereiter der modernen Kopfschutztechnologie geworden. Wir haben bereits zahlreiche Helmverträge auf der ganzen Welt geschlossen und sind die aufstrebende Kraft der US-Helmindustrie. Es ist unsere Leidenschaft, Truppen im Einsatz diese branchenführende Technologie zur Verfügung zu stellen. Sie werden von der stark verbesserten Leistung und dem geringeren Gewicht dieses Kopfschutzsystems der nächsten Generation profitieren. Kurzum hat Revision den traditionellen ACH-Helm von Grund auf modernisiert und dieser überlebenswichtigen Ausrüstung damit die Möglichkeit gegeben, mit dem aggressiven Tempo moderner Kriegsschauplätze mitzuhalten."

Das Batlskin Viper P4-Kopfschutzsystem ist im Handel erhältlich.

 



[i] Ausrüstungshandbuch: „Advanced Combat Helmet – ACH“ http://www.military.com/equipment/advanced-combat-helmet-ach

[iii] “ARL Researchers Lead Next Generation Helmet Development.” 24. März 2008. https://www.army.mil/article/8086/ARL_researchers_lead_next_generation_helmet_development

[iv] “Advanced Combat Helmet (ACH) Gen II, Solicitation Number: W91CRB-16-R-0004.” 14. Oktober 2015. https://www.fbo.gov/index?s=opportunity&mode=form&tab=core&id=196a89cf7abb002076ad1bbaa0d7244d

[v] Panzino, Charlsy. “The Army’s New Combat Helmet is Up To 24 Percent Lighter.” 30. März 2017.  https://www.armytimes.com/articles/the-armys-new-combat-helmet-is-up-to-24-percent-lighter

[vi] “Purchase Description: Helmet, Advanced Combat, Second Generation (ACH Gen II).” 30. September 2015. https://www.fbo.gov/utils/view?id=3db34c1a2938a47e8da4f6c3dd82610d

[vii] “PEO Soldier Talks About The Advanced Combat Helmet Gen II.” 30. März 2017. http://soldiersystems.net/2017/03/30/peo-soldier-talks-helmets/

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